RUheute | 01-2021
Nähe und Distanz in einer Kultur des Digitalen

Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hatte einschneidende Auswirkungen auf die Begegnungen der Menschen. Gewohnte Verhaltensweisen und liebgewordene Traditionen wurden durch Social Distancing hinfällig oder mussten neu überdacht werden. Alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens waren von diesen Auswirkungen betroffen, insbesondere auch die Schule und mit ihr der Religionsunterricht. Die allen vertraute Form des Präsenzunterrichts entfiel mit den Schulschließungen ganz oder wurde doch erheblich eingeschränkt, an ihre Stelle traten neue Formen wie Distanz- oder Hybridunterricht. Der erzwungene Wechsel in der Unterrichtsform erforderte die Einführung digitaler Lern- und Lehrformate wie auch die Bereitstellung einer entsprechenden technischen Infrastruktur. Zugleich damit stellten sich Fragen nach den Bedingungen eines guten Religionsunterrichts neu: Welche Bedeutung hat die persönliche Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden? Inwieweit ist diese an die räumliche Nähe des Präsenzunterrichts gebunden? Was bleibt vom Religionsunterricht, wenn personale Begegnung fehlt? Wie kann es gelingen, in digitalen Formaten des Fernunterrichts Räume der Nähe und Beziehung zu schaffen, die Lernen ermöglichen?