Newsletter im Dezember 2025
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, und mancher zieht — mehr oder weniger bewusst — persönlich Bilanz: War es ein gutes Jahr? Bin ich mit meinen Anliegen weitergekommen? Kann ich zufrieden sein mit dem Ergebnis?
Gerade Sie als Lehrkräfte tragen in vielerlei Hinsicht Verantwortung und gehen daher oft streng mit sich und Ihren Arbeitserträgen um. Da tut es gut, wenn in den Tagen vor Weihnachten ein anderer Ton angeschlagen wird.
„Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten“, heißt es im prophetischen Text des Jesaja (Jes 43,18), der vor allem in der Adventszeit vorgetragen wird. Vergangenheit soll nicht verdrängt werden; aber Vergangenheit ist nicht alles. Also: Bleiben wir nicht an ihr hängen! Wie immer es gelaufen ist, jetzt ist die Stunde, auf die es ankommt. Aus dem Bisherigen heraus eröffnet sich eine neue Perspektive:
Ich bin mehr als die Summe meiner Erfolge und Misserfolge.
Dies möchte ich Ihnen auch persönlich zum Ende dieses Jahres und zum Ende meiner Zeit als Beauftragter für die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften im Bistum Mainz zusagen:
»Wenn wir Gott selbst wachsen lassen können in der schweigenden Empfänglichkeit unserer Herzen und die andrängende Macht seiner Nähe nicht niederhalten, dann werden wir in der letzten Tiefe unseres Herzens, dort wo wir uns selbst nicht mehr anblicken können und allein im Schweigen uns ertragen, auch etwas besitzen vom freundlich-seligen Geheimnis der weihnachtlichen Erfahrung« (J. B. Metz).
Mit guten Wünschen für ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gelingendes Neues Jahr 2026 bleibe ich Ihnen auch zukünftig verbunden.
Für das reli+ Team
Ludger Verst
RUplus
NEU ab Dezember 2025:
RUplus – Ihr digitales Magazin für den Religionsunterricht!
Ab Dezember 2025 bietet Ihnen das Dezernat Bildung einen besonderen Service: „RUplus – Magazin für den Religionsunterricht“ – Ihr neues, digitales Begleitmedium, das Sie kostenlos und unkompliziert mit frischen Impulsen, fundierten Fachbeiträgen und praxisnahen Anregungen für Ihren Unterricht versorgt.
Was Sie erwartet:
Aktuell & wissenschaftlich fundiert: Renommierte Fachleute bereiten Themen des Religionsunterrichts verständlich und auf dem neuesten Stand der Diskussion auf – für Sie direkt nutzbar im Unterrichtsalltag.
Open Access & immer verfügbar: Das Magazin ist online frei zugänglich – ohne Hürden, jederzeit abrufbar unter www.ruplus.de oder direkt verlinkt auf der bewährten Plattform reliplus.
Inspiration auf einen Klick: Ob neue Methoden, aktuelle Debatten oder kreative Unterrichtsideen – RUplus wird Ihr digitaler Ideengeber für einen lebendigen, zeitgemäßen Religionsunterricht.
Wir freuen uns, wenn Sie ab Dezember dabei sind und das neue Magazin für sich entdecken. Schauen Sie vorbei unter RUplus – Lassen Sie sich überraschen, informieren und inspirieren!
Fundstücke
irp.aktuell 37: Katholikentag
Der nächste Katholikentag wird im Mai 2026 in Würzburg stattfinden. Schon jetzt hat das Institut für Religionspädagogik in Kooperation mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart Unterrichtsvorschläge zu diesem Thema zusammengestellt. Das Heft knüpft an zentrale Themen des Religionsunterrichts an (Kirche, Jesus Christus, Welt und Verantwortung) und verknüpft diese mit zentralen Bildungszielen wie Demokratiebildung, Werteorientierung und Partizipation: Schüler:innen sollen befähigt werden, sich mit Glaubensüberzeugungen auseinanderzusetzen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und ihre eigene Rolle als mündige Akteur:innen in Kirche und Gesellschaft zu reflektieren. Und natürlich geht es auch um den Katholikentag: Was ist das überhaupt? Welche Themen und Formate prägen ihn? Warum engagieren sich dort junge Menschen? Und wie kann ich selbst mitgestalten?
Zum Heft
reli+ wird noch besser – mit Ihrer Stimme!
reli+ soll weiter wachsen und sich entwickeln – und dafür brauchen wir Sie! Damit wir unser Angebot noch besser auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden können, brauchen wir Ihre Meinung. Was fehlt Ihnen? Was könnte reli+ noch leisten, um Sie im Unterrichtsalltag zu unterstützen?
Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage teil und helfen Sie mit, reli+ noch wertvoller für die Religionspädagogik im Bistum Mainz zu machen. Jede Stimme zählt!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung – gemeinsam gestalten wir die Zukunft von reli+!
Neue Kapazitäten für 2026: Bildungsangebote für Ihre Schule!
Das Referat Jugend und Schule des Bischöflichen Jugendamts Mainz bietet auch 2026 wieder vielfältige, geförderte Bildungsformate für Schulen im Bistum an – von Reflexionstagen zur Persönlichkeitsentwicklung über Klassengemeinschaftsprojekte („Wir sind Klasse?!“) bis hin zu Nachhaltigkeitsbildung („JETZT WELTfairÄNDERN!“).
Die Kosten für Schulen und Teilnehmer:innen bleiben dank Förderung (KJP/Bund & Bistum Mainz) niedrig.
Arbeitsstelle für Religionspädagogik
Filmtipp: „Farah“
Der Kurzfilm „Farah“ (kfw) erzählt die Geschichte der elfjährigen Geflüchteten Farah, die in einer neuen Klasse auf die gleichaltrige Lena trifft. Während Farah mit Sprachbarrieren und Diskriminierung kämpft, erlebt Lena, wie Vorurteile und Ausgrenzung im Schulalltag wirken.
Doch als eine Lehrerin gezielt Brücken baut und Lenas Klasse Solidarität zeigt, wächst zwischen den Mädchen vorsichtig Hoffnung. Der Film thematisiert Diskriminierung, Flucht und die Kraft der Begegnung – und zeigt, wie kleine Schritte der Zuwendung Schule zu einem Ort der Hoffnung und des Miteinanders machen. Ideal für den Religionsunterricht, um über Solidarität, Nächstenliebe und Integration ins Gespräch zu kommen.
Team RU
Rückblick: Regionaler Begegnungstag für Religionslehrer:innen in Seligenstadt „Hinterm Horizont geht’s weiter!“
Die Frage, wie konfessioneller Religionsunterricht zu einer zukunftsfähigen religiösen Bildung in Schule weiterentwickelt werden kann, war Thema des regionalen Begegnungstages für Religionslehrer:innen am 18.11.25 in Seligenstadt.
Hauptreferent war Prof. Dr. Stephan Pruchniewicz, Religionspädagoge an der Universität Gießen, der in einem Impulsreferat Anregungen zu einem Paradigmenwechsel vorstellte. Die Zugehörigkeit zu den christlichen Kirchen nimmt stetig ab, so dass es oft kaum noch möglich ist, konfessionelle Lerngruppen zu bilden. Wird der Religionsunterricht mangels Teilnehmenden zum Auslaufmodell? lautete eine der zentralen Fragen. Andererseits bleibt bei vielen Jugendlichen der Wunsch nach Orientierung im eigenen Leben stark. In zunehmend pluralen Settings bestehe die Zukunft des Religionsunterrichts darin, so Pruchniewicz, ihn konsequent als „biografisch-dialogisches Lehren und Lernen“ zu verstehen.
Anschließend feierten die Anwesenden mit Pfarrer Stefan Selzer einen sog. Erzählgottesdienst und wurden abschließend von ihm durch die Einhardbasilika in Seligenstadt geführt. Tief hinunter ging es in die Krypta unter der Pfarrkirche zu den ehemaligen Reliquiengräbern des Heiligen Petrus und Marcellinus. Fast 40 Teilnehmende nahmen teil, diskutierten engagiert, manchmal auch kontrovers.
Der Tag fand in ökumenischer Verantwortung von Bistum Mainz / Abteilung Religionsunterricht und rpi Frankfurt statt und wird in den kommenden Jahren fortgeführt werden.
Termin-Highlights
Mündliches Abitur in Reli: Was mache ich als Lehrkraft?
Die Fortbildung wird in mehreren Schritten die verschiedenen Aspekte mündlicher Abiturprüfungen im Fach katholische Religion in den Blick nehmen und Lehrkräfte dabei unterstützen, sicher und souverän zu agieren.
Zunächst werden die curricularen und rechtlichen Vorgaben für die Durchführung von mündlichen Abiturprüfungen im Fach Katholische Religion in den Blick genommen.
In einem zweiten Schritt werden Aufgabenformate vergangener Schuljahre gesichtet, die Anregungen zur Entwicklung eines eigenen Prüfungsvorschlags liefern. Materialien dazu können gerne mitgebracht werden!
Im weiteren Verlauf soll es um die praktische Durchführung mündlicher Prüfungen gehen: Förderliche Fragetechniken für das Prüfungsgespräch werden entwickelt und erprobt.
Wann: 28.01.2026 // 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Wo: Wilhelm-Kempf-Haus, Wiesbaden-Naurod
Mehr Informationen und Anmeldung
Religionspädagogisches Atelier >>Arbeiten am Gottesbild<<
Glaube entsteht heute kaum noch in der Kirche, sondern im Alltag – zwischen Zweifeln, Vielfalt und gesellschaftlicher Polarisierung. Wie kann religiöse, vor allem interreligiöse Bildungsarbeit in der Schule Räume für Verständigung und produktives Lernen eröffnen? Die Frage nach Gott fordert heraus: Sie macht biografische Brüche, soziale Spannungen und weltanschauliche Unterschiede bewusst – und verwandelt sie in Lernchancen.
Um das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, lädt der Beauftragte für die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften im Bistum Mainz, Ludger Verst, anlässlich seiner Verabschiedung in ein religionspädagogisches Atelier ein. Ab ca. 16 Uhr schließt sich — für geladene Gäste — ein Empfang an.
Wann: 30. Januar 2026 // 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Wo: Akademie und Tagungszentrum Erbacher Hof, Mainz
Weitere Informationen und Anmeldung
Haltung zeigen!
Auf gesellschaftliche und politische Herausforderungen im Kontext Schule reagieren – eine Online-Modulreihe zur politischen Bildung in sechs Modulen
Schule soll ein Ort gelebter Demokratie sein, an dem sich die Gesellschaft im Kleinen abbildet. Unsere Demokratie sieht sich aber mehr und mehr mit Anfeindungen konfrontiert und für das scheinbar Selbstverständliche muss immer wieder neu gestritten werden. Die Schule ist hier ein wichtiger Ort, an dem eine offene, vielfältige Gesellschaft ohne Diskriminierungen erlebbar werden kann und somit die Basis für mündige Bürger:innen von morgen geschaffen werden kann.
Modul 1: Warum Bildung Haltung braucht. Zur Unmöglichkeit von Neutralität in (politischen) Bildungsprozessen
Modul 2: Wie Social Media die Meinungsbildung von Schüler:innen beeinflusst
Modul 3: Identität durch Abgrenzung und Feindschaft? Narrative des rechten und des religiös motivierten Extremismus
Modul 4: Umgang mit Antisemitismus an der Schule
Modul 5: Die Bedeutung der Erinnerung für die Demokratie. Konkrete Beispiele zu Erinnerungslernen und Zeitzeugenarbeit
Modul 6: Umgang mit (antimuslimischem) Rassismus
Wann: Start am 02. Februar 2026
Wo: Online
Weitere Informationen und Anmeldung
Zwischen Heimat und Diaspora zerrissen?
Religionspädagogische Gespräche 2026
Heimatlosigkeit, nicht dazugehören, eine Minderheit sein: Im Islam sind diese Erfahrungen virulent, seit er in Deutschland angekommen ist, das Judentum ist davon seit vielen Jahrhunderten und immer wieder neu geprägt. Auch christliche Lehrkräfte erleben eine säkulare Grundstimmung im Lehrerzimmer; Kindern und Jugendlichen kann es peinlich sein, sich christlich zu outen. Welche Rolle spielen »Heimaten« für die einzelnen Konfessionen und Religionen? Welche religiösen Rituale ver-orten das In-der-Welt-sein? Oder wird »Diaspora« gar zu einer Grundkategorie des Religiösen und der beste Ausdruck für Pluralität? Die Religionspädagogischen Gespräche 2026 wollen diesen Fragen nachgehen und religionspädagogische Konzepte erörtern, die die Herausforderungen des globalen »Unbehaustseins« reflektieren. Übernachtung ist, sofern gewünscht, selbst zu organisieren.
Wann: 16. – 17. Februar 2026
Wo: Frankfurter Diakonissenhaus
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